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Body-Modifications

Body-Modification (englisch für "Körpermodifikation", auch kurz „BodMod“) ist die
Bezeichnung für eine Vielzahl freiwillig durchgeführter Veränderungen am mensch-
lichen Körper.

Der Europäische Berufsverband für professionelles Piercing (EAPP)
warnt vor "Body Modifikations"

Es werden blutige großflächige Narben geschnitten, Implantate mit dem Skalpell eingesetzt heiße Eisen auf die Haut gedrückt oder dicke Fleischerhaken unter den Brustmuskel getrieben. Die Formen mit denen heute in der „Bodymod Szene“ Körper verändert werden nehmen immer dramatischere Formen an.

Nachdem Piercer jahrelang an ihrem Image gearbeitet haben und sich heute im Bereich Body Piercing eine seriöse und für den Endverbraucher gesundheitlich sichere Struktur ergibt nehmen Körpermodifikationen zu.

Offensichtlich ist den Anhängern der "Bodymod Szene" nicht bewusst, wie sich die heute angebotenen Modifikationen langfristig auf den Körper auswirken können. Sie nehmen gesundheitliche Risiken und Spätfolgen in Kauf, um sich dieser Szene zuordnen und sich von der Gemeinschaft abzuheben. Psychische Erkrankungen können unter dem Deckmäntelchen der "Body Mod" Szene verschleiert werden.

Scarifikation, Branding oder Cuttings werden die mit dem Skalpell oder Kauter beigebrachten, zum Teil großflächigen Wunden genannt. Gewünschter Effekt nach der Abheilung sind wulstige Narben (Kelloide), die das geschnittene oder gebrannte Motiv hervorheben.

Neben Infektionen und starken Blutungen, die während der Durchführung auftreten können besteht langfristig das Risiko von Narbenkontrakturen und Nervenschädigungen. Bewegungseinschränkungen und lebenslange Nervenschmerzen im Narbengewebe können ebenfalls auftreten. Eine Kontrolle der entstehenden Hautwucherungen ist nicht möglich. Insbesondere bei Personen die zu Wundheilungsstörungen neigen sind hier die Spätfolgen nicht abzusehen.

Eine weiteres Angebot der „Body Mod“ Szene besteht in sogenannten Suspensions, einem der Indianaerkultur nachempfundenen Ritual in dem Menschen an zwei oder mehreren Haken befestigt hochgezogen werden, bis sie mit Ihrem gesamten Gewicht an den Haken hängen, die durch Ihre Haut und oder unter Muskelstränge gerieben wurden.

Die hier entstehenden Risiken erklären sich schon durch die Beschreibung des Vorgangs. Selbsternannte „Susspension“ Gurus reisen durch die Welt und bieten Workshops an in denen Interessierte sich diesem Ritual unterziehen können.

Besteht von Seiten der Veranstalter eine ausreichende medizinisch und psychologische Qualifikation? Wird die Prozedur in geeigneten sterilen Räumen unter hygienisch einwandfreien Umständen durchgeführt?

"Implants" nennt sich der Vorgang in dem große Ringe oder Kugeln mittels Skalpell unter die Haut auf dem Handrücken oder an anderen Körperstellen eingesetzt werden. Die Hautstelle an der das Implantat sitzt wird vernäht und der Schmuck soll sich an der Einsatzstelle im Gewebe verankern. Da es sich hier um eine vernähte Wunde handelt, können anaerobe Infektionen wie Tetanus und Gasbrand ein hohes Risiko darstellen.

Eine weitere recht neue Body Modifikation ist das "Dermal anchoring" oder "Transdermal". Hier werden kleinere Implantate unter die Haut gesetzt. Aufgrund der geringen Größe dieser Implantate sieht der EAPP auch hier eine Gefährdung für den Verbraucher. Diese Implantate sind sehr neu und es liegen kaum Erfahrungen für den Einsatz vor. Langzeitstudien welche die Verträglichkeit der Implantate bescheinigt sucht man ebenfalls vergeblich. Hier kann es durch unsteriles Arbeiten und die Tatsache, dass zum Einsatz eine Hauttasche geschnitten werden muss, zu Infektionen kommen.

Wenn das Implantat sich nicht wie gewünscht im Gewebe verankert, verschwindet es auf nimmer wieder sehen im Körper und kann dann nur noch unter dem MRT/CT geortet und wieder entfernt werden. Die Frage welchen Schaden der Schmuck auf seinem Weg durch den Körper bereits angerichtet hat bleibt offen

Nerven- und Bindegewebe- sowie Muskulaturschädigungen können auftreten. Durch die nicht geschlossene Hauttasche können Bakterien ungehindert in den Körper eindringen und zu lebensgefährlichen Infektionen führen. Implantate werden zudem gerne an Körperstellen oder im Gesicht eingesetzt die jeden Mediziner entsetzen.

Man könnte an dieser Stelle noch viele verschiedene Body Modifikationen aufführen. Zungen oder Penisspaltungen gehören ebenfalls dazu. Beim Lip Sewing wird Menschen der Mund zugenäht. Ethische Grenzen scheinen die Anbieter nicht zu kennen. Der EAPP Vorstand warnt vor den rechtlichen und gesundheitlichen Risiken der beschriebenen Formen der Körper Modifikation und distanziert sich ausdrücklich von deren Durchführung.

Body Modifikationen haben mit Piercing nichts zu tun!

Der EAPP möchte ausdrücklich betonen das es sich um zwei völlig verschiedene Tätigkeitsbereiche handelt. (Quelle: EAPP.EU)

 

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